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PRESSEMITTEILUNG


Wie haben sich Höfe entwickelt? Vortrag und Rundgang in St. Ulrich

Projekt „Mejes“ des Museum Gherdëina: Zwei Veranstaltungen mit Kremser Experten

Wie haben sich Bauernhöfe über die Zeit verändert? Warum gibt es regionale Unterschiede? Und wie können historische Höfe erhalten werden? Diesen Fragen geht der Experte für Siedlungs-, Umwelt- und Landschaftsarchäologie Thomas Kühtreiber am Samstag, 14. September, in einem Vortrag im Rahmen des Projektes „Mejes“ des Museum Gherdëina in St. Ulrich nach. Am Nachmittag begleitet Kühtreiber Interessierte auf einem Höferundgang.

Während Burgen und Ansitze aus dem Mittelalter schon seit Jahrzehnten intensiv erforscht werden, ist die archäologische Forschung an und in Bauernhöfen noch jung. Das Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit (IMAREAL) in Krems hat seit 2013 einen Projektschwerpunkt zur Entwicklung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Gehöfte im Programm. Darin wird auch ergründet, warum es regionale Unterschiede in der Entwicklung gibt. Darüber hinaus sucht man nach Wegen, die letzten historischen Haus- und Hofanlagen im Ostalpenraum zu erhalten.

Die Erhaltung historischer Höfe ist auch das Ziel des Projektes „Mejes – Bauernhöfe in Gröden: Das Gedächtnis einer Landschaft“ des Museum Gherdëina, in dessen Rahmen IMAREAL-Geschäftsführer Thomas Kühtreiber am Samstag, 14. September, einen Vortrag über aktuelle Projekte zur archäologischen Bauernhausforschung in Salzburg und Niederösterreich halten wird. Der Vortrag findet um 10.00 Uhr im Ausstellungsraum des Kulturhauses von St. Ulrich statt, anschließend steht eine Gesprächsrunde auf dem Programm, in der auch die Situation in Gröden unter die Lupe genommen wird.

Am Nachmittag (um 14.00 Uhr) sieht das Rahmenprogramm zur Mejes-Ausstellung zudem einen Höferundgang mit Kühtreiber vor, bei dem die denkmalgeschützten Höfe Ianon und Col de Flam besichtigt werden. Begleitet wird der Rundgang von Josef Nössing, der für die Archivforschung im parallel laufenden Forschungsprojekt zu 400 Jahren Grödner Häuser- und Höfegeschichte verantwortlich zeichnet. Mit dabei ist darüber hinaus der Experte für alpine Kulturgeschichte Annibale Salsa. Er ist Mitglied der Welterbestiftung Dolomiten UNESCO, die die Schirmherrschaft über das Projekt „Mejes“ übernommen hat.

Wer Interesse hat, am Höferundgang teilzunehmen, kann sich im Museum Gherdëina (Tel. 0471 797554, info@museumgherdeina.it) anmelden. Treffpunkt ist die Mejes-Ausstellung im Kulturhaus von St. Ulrich, der Kostenbeitrag für die Teilnahme beläuft sich auf 10 Euro.

Bereits am kommenden Samstag, 7. September, findet ein weiteres Highlight im Mejes-Rahmenprogramm statt, und zwar ein Fotokurs mit Václav Šedý, der für die beeindruckenden Fotos der Ausstellung verantwortlich zeichnet. Der Kurs findet von 9.00 bis 18.00 Uhr statt, Kurssprache ist Italienisch, Anmeldungen nimmt auch hier das Museum Gherdëina entgegen.


Für weitere Informationen:
Dr. Paulina Moroder
Direktorin des Museum Gherdëina

Tel. +39 338 6040477
E-Mail: p.moroder@museumgherdeina.it
www.museumgherdeina.it

Der denkmalgeschützte Einhof "Col de Flam“ in St. Ulrich, der beim Rundgang besichtigt wird. Foto Václav Šedý (2018).
Der denkmalgeschützte Einhof "Col de Flam“ in St. Ulrich, der beim Rundgang besichtigt wird. Foto Václav Šedý (2018).
Grabungsfoto von Thomas Kühtreiber (2015): Ansicht der Rauchküche des Bauernhauses „Tannbauer“ (Niederösterreich), Beispiel für interdisziplinäres Zusammenwirken von Archäologie, Bauforschung und Geschichtsforschung.
Grabungsfoto von Thomas Kühtreiber (2015): Ansicht der Rauchküche des Bauernhauses „Tannbauer“ (Niederösterreich), Beispiel für interdisziplinäres Zusammenwirken von Archäologie, Bauforschung und Geschichtsforschung.