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Der große Fischsaurier von der Secëda ersteht virtuell wieder auf

Im Museum Gherdëina gibt’s den Saurier ab 2021 als virtuelle Realität – Jetzt schon online
Die Entdecker der versteinerten Skelettreste des Fischsauriers der Secëda J. Comploj und M. Strobl im Museum Gherdëina, 2014
Die Entdecker der versteinerten Skelettreste des Fischsauriers der Secëda J. Comploj und M. Strobl im Museum Gherdëina, 2014
Halb Fisch, halb Echse, enorme sechs bis zehn Meter lang und mit spitzen Zähnen bewaffnet: Der große Fischsaurier, dessen fossile Überreste 1968 auf der Secëda gefunden worden sind, muss ein furchteinflößendes Tier gewesen sein. Wie furchteinflößend, kann man ab 2021 im Museum Gherdëina in St. Ulrich hautnah erleben – dank virtueller Realität. Einen Vorgeschmack darauf gibt’s schon Anfang August auf der Homepage des Museums.

Der Ichthyosaurus Cymbospondylus, ein einem Fisch ähnelndes Meeresreptil, ist einer der Stars der umfassenden paläontologischen Sammlung des Museum Gherdëina. Seine rund 241 Millionen Jahre alten versteinerten Knochenreste wurden 1968 von Meinhard Strobl und Johann Comploj auf der Secëda entdeckt, in Zürich identifizieren lassen und sind seit 1986 im Museum zu sehen. Leider kann man aus den Knochenresten nur erahnen, wie mächtig dieses Tier war, das etwa 100 Millionen Jahre lang das Urmeer Tethys beherrscht hat.
Diesem Manko begegnet das Museum nun mit modernster Technologie. Auf Anregung des Paläontologen Andrea Tintori forscht Ryosuke Motani, Geologieprofessor an der University of California und einer der anerkanntesten Fischsaurier-Experten weltweit, seit einigen Jahren an den Grödner Knochenresten, die den einzigen Fund aus ihrer geologischen Zeit darstellen und zum ältesten bekannten Exemplar eines Fischsauriers gehören.
Obwohl die Knochenfunde nicht vollständig sind, ist es nun dem jungen Geologen Nicola Castelnuovo gelungen, den Saurier und dessen Umwelt auf der Basis dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse digital zu rekonstruieren.

Die VR-Ausstellung des Fischsauriers und einer einst unter Wasser liegenden Secëda sollte bereits in diesem Jahr zum 60-Jährigen des Museums gezeigt werden, musste Covid-bedingt aber auf 2021 verschoben werden. Um unseren Museumsbesuchern trotzdem einen Vorgeschmack geben zu können, stellen wir ab Anfang August auf unserer Homepage einen Videoclip online. Er vermittelt zwar nicht den lebensechten Eindruck der virtuellen Realität, ist aber so schon beeindruckend.


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